Home

Henning Scherf zu Gast im Lesecafé der Stadtbücherei Lauf©Stadtbücherei Lauf

Keine Angst vorm Altwerden! Henning Scherf brach eine Lanze für eine individuelle Verwirklichung jenseits der Pensionsgrenze

Der prominente SPD-Politiker Henning Scherf, frühere Bremer Bürgermeister und seit vielen Jahren unermüdlicher Streiter für eine optimistische Sicht auf das Älterwerden, widmete sich am 5. Dezember im Lesecafé der Stadtbücherei seinem Lieblingsthema „positives Altern“ durch aktives Gestalten.

Ein Buch nahm Henning Scherf erst gar nicht zur Hand, sondern ging gleich nach herzlicher, persönlicher Begrüßung in medias res. Frei erzählend und ansteckend begeistert berichtete der frühere Bremer Politiker von deutschlandweit über 30.000 Projekten, die es Senioren ermöglichten, sich in jeder Form selbstbestimmten Lebens mit ihren Stärken individuell einzubringen. Jeder könne im Alter seinen Platz in der Gesellschaft finden, sogar in nahezu jedem Gesundheitszustand und bis ins hohe Alter. Schlummernde Talente gelte es gerade in diesem Lebensabschnitt neu zu entdecken, Ängste abzulegen und damit auch einer möglichen Vereinsamung vorzubeugen. Menschen mit langjähriger Berufs- und Lebenserfahrung würden unterstützend und beratend notwendig gebraucht. So schätzten zum Beispiel insbesondere junge Familien generationsübergreifende Formen des Zusammenlebens, weil nicht mehr Berufstätige über ein hohes Gut verfügten – über Zeit, die zum Beispiel dem Nachwuchs zugutekommen könnte.

Wer dem agilen Bewohner eines Mehrgenerationenhauses in der Bremer Altstadt zuhörte, konnte schnell alle Befürchtungen vor einem langweiligen und depressionsgeplagten Altwerden verlieren. Hinweisen aus der Runde der Diskutierenden, dass auch insbesondere die Politik gefordert sei, mehr für ältere Mitbewohner zu tun, stimmte der promovierte Jurist zwar zu, konterte aber, dass jeder selbst in seiner Umgebung zum Umdenken und Handeln aufgefordert sei.

Wasser, das „gar nicht heiß genug sein könne“ und der ungebrochene Elan, sich in seinen Vorträgen für eine positive Einstellung gegenüber den „Alten“ und dem Altern einzusetzen, hielte ihn selbst jung. Dies nahm man dem groß gewachsenen, jugendlich wirkenden 80-Jährigen auf jeden Fall ab. Auch wenn manche Frage nach politischen Konsequenzen wie dem Schaffen geeigneter Wohnräume durch eine Mietpreissenkung nicht beantwortet werden konnte, hatte Henning Scherfs Besuch in der Stadtbücherei die Wirkung eines Jungbrunnens, und die jüngeren und älteren Besucher der Veranstaltung gingen hoch motoviert nach Hause.

ZURÜCK
top