
Ausstellung zum Weltfrauentag
Ausstellung

Frauen im Aufbruch. Politische Plakate aus 100 Jahren.
02.-31.03.2026
Ausstellung in der Stadtbücherei Lauf.
Eintritt frei.
Die Plakatausstellung zeigt die Werbung um die politische Beteiligung von Frauen während der drei wichtigen demokratischen politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts. Allgemeine Wahlaufrufe stehen dabei neben Werbeplakaten für verschiedene Parteien und Vereinigungen.
1918/19: Die Einführung des Frauenwahlrechts
Die Wahlen zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 stellten nicht nur den Auftakt zur ersten deutschen Demokratie dar, sondern waren auch Premiere für das neu geschaffene Frauenwahlrecht. Diese Plakate verdeutlichen den Aufbruch in die Demokratie und zeigen auch den Umgang der Parteien mit dem neuen Frauenwahlrecht. Die Parteien versuchten, unabhängig von ihrer vorherigen Einstellung zum Frauenwahlrecht, die Frauen gesondert anzusprechen. Dabei verknüpften die Parteien ihre jeweilige Weltanschauung mit stereotypen Vorstellungen von ‚der Frau’. Besonders wichtig war nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg die Thematisierung als „Deutsche“, um das nationale Selbstwertgefühl mit der jeweiligen Partei zu verbinden. Eine Ansprache, die Frauen politisch ernst nahm, findet sich hingegen eher selten.
1945/49: Trauer und Neuanfang
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus war die deutsche Nachkriegsgesellschaft stark weiblich geprägt: Frauen bildeten nicht nur die Mehrzahl, sie waren bereits während des Zweiten Weltkriegs auch in den zuvor von Männern dominierten Bereich der Arbeit eingedrungen. Die Erfahrung des Kriegs schlug sich, wie auch schon nach dem Ersten Weltkrieg, in einer besonders moralischen Ansprache der Frauen nieder. Sie erschienen auf den Plakaten als trauernde Mütter, als Erinnerung an eine schlimme Vergangenheit, aber auch als besonders verantwortliche Trägerinnen einer friedvollen Zukunft. Zugleich wurden sie an ihre unterschiedlichen Rollen in der Gesellschaft erinnert, wenn sie als Hüterin der Familie, als Frau an der Seite eines Mannes oder in Einzelfällen auch als arbeitende Frau angesprochen wurden.
1989/90: Umbruch und Verstetigung
Durch die Friedliche Revolution und die deutsch-deutsche Vereinigung trafen zwei sehr unterschiedliche politische Kulturen von Ost und West aufeinander, wie sie sich im gesellschaftlichen und politisch-ideologischen Rahmen entwickelt und verwurzelt hatten. Der Grundtenor von Emanzipation und Gleichberechtigung blieb jedoch von der grundsätzlichen Auseinandersetzung über das gesellschaftliche Selbstverständnis von Frauen und Männern gezeichnet. Stellte diese Zeit für Frauen in Westdeutschland eine Verstetigung eines Gleichberechtigungsprozesses dar, so bedeutete der Umbruch für Frauen in Ostdeutschland einen potenziellen Rückschritt aus der gesicherten Situation einer formalen Gleichberechtigung. In den Plakaten von 1989/90 finden diese verschiedenen Sichtweisen ihren ganz eigenen momenthaften Eindruck. Die Vielfalt der Positionen korrespondiert dabei mit einer Vielfalt der ästhetischen Gestaltung der Plakate.
Das Archiv der sozialen Demokratie stellte eine Auswahl von Plakaten zum Thema „Frauen im Aufbruch – 1918/19, 1945/49 und 1989/90“ zur Verfügung. Die Stadtbücherei Lauf zeigt im Lesecafé mit 9 Plakaten einen Ausschnitt der Gesamtausstellung.
Weitere Infos: www.stadtbuecherei-lauf.de und (09123) 184-4040
Die Ausstellung kann zu den bekannten Öffnungszeiten besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.



